....ihr, die sich den ganzen Tag nur darum kümmern, dass die Kinder essen, trinken, überall äußerst pünktlich erscheinen, nie ihren Kram irgendwo rumliegen lassen, ihre Hausaufgaben machen, Klavier üben, Trompete üben, singen üben, für Tests lernen, Brotboxen ausleeren, Wasserflaschen zurückbringen, genügend Obst und Gemüse essen, vor dem Training genug aber nicht zu viel essen, ausreichend frische Luft bekommen, nie Langeweile haben, stets ein sauberes Haus auffinden, nicht zu viel fernsehen oder Computer spielen, sich weiterbilden, Zeitung lesen, Freunde treffen, Übernachtungen haben, gesund bleiben oder wieder werden.............und ganz neben bei noch die Wäsche richten.
ICH VERSTEHE EUCH, wenn ihr eure Kinder über alles liebt und trotzdem abends um 9:00 Uhr müde, kraftlos, zu nichts mehr fähig, gedankenblockiert, fußlahm, mit Kopfschmerzen, entnervt, gleichgültig, ruhebedürftig, abgespannt, erschöpft, monoton, haltlos und einfach zu nichts mehr zu gebrauchen ins Bett fallt und froh seit, dass dieser wundervolle Tag endlich vorbei ist.
Heute geht es mir genauso.
Mein Tag begann früh morgens, als ich mcih auf den Weg zum Diablo Valley College machte, um meine ESL-Class für heute zu bewältigen. Ich hatte Glück, obwohl ich noch nicht für den Kurs eingetragen war nahm mich die äußerst nette mittfünfziger Lehrerin in ihrem Kurs auf. Wow, und ich dachte mein Englisch sei nicht gut. Bei der Vorstellungsrunde staunten alle nicht schlecht, dass ich erst 2 Wochen hier in den USA bin. Ich weiß, dass nicht alle, die nicht aus einem englischsprachigen Land kommen und hier leben die Sprache fließend sprechen können. Doch das heute war echt ein kleiner Schock. Wenn man über Hobbies spricht und das Wort "piano" buchstabieren muss, wenn man seeehrrr laangsaaam reedeen muusss, damit man verstanden wird (ich als jemand, der eh nicht schnell Englisch spricht). Mein Kurs heißt "ESL-Conversation". Das heißt, wir werden in diesem Kurs reden, reden, reden. Meine HAs sehen so aus wie die in einer 5. oder 6. Klasse. Die sollten also flott zu bewältigen sein. Was mich nur extrem nervt ist, dass ich das Papier aus Deutschland nicht wirklich verwenden kann. Denn hier in den USA haben die ein anderes Papierformat und dadurch andere Locharten und andere Ordner. Und da wir im Unterricht viele Kopien bekommen kann ich meinen deutschen Collegeblock links liegen lassen und mir hier einen neuen anschaffen.
Dann nahm der Tag so seinen Lauf. Henry und Annalise von der Schule abholen und daaaannnn, was neues - Henry zum Footballtraining nach Moraga fahren. Ein verhältnismäßig weiter Weg, nicht ganz soo leicht zu finden aber - I did it. Bevor ich Henry dort auch wieder abholte, brachte ich Grace von ihrer Schule nach Hause. Und dann war auch schon Zeit fürs Abendessen. Heute sind wir indisch essen gegangen. Die Kinder lieben das. Und es ist Wochenende und Bart ist wieder zu Hause - ich vermute mal dass es normal ist am Wochenende essen zu gehen. Und nun bin ich hier.
Und nicht, dass das alles war. Von nur rumfahren wird man nicht soo müde. Nein. Den heutigen Tag habe ich zum Laundry(=Wäsche)day erklärt. Lernen, wie die Amis Wäsche waschen (ist echt nicht schwer) und dann alles in den Trockner und bla und bla. Mütter und Väter - ihr wisst wie man wäscht. Und das alles immer dann, wenn ich grade mal ein paar Minuten zu Hause war. Ich war heute nur am rumrennen. Und dann aah ich hab den Trockner vergessen und nochmal hoch die Treppe. Und dann hab ich meine Wäsche immer nach so 15 Minuten aus dem trockner geholt - ich traue dem nicht so ganz. Meine Wäsche war noch nie mänger als 20 Minuten im Trockner! (...glaube ich=) ) Ein T-Shirt habe ich im Trockner gelassen weil ich dachte "is ja eh nur ein shirt zum joggen" und guess what happened: Es ist ein wenig kleiner. Man.
Heute - eine rumrennerei, unglaublich. Das hatte ich die ganze Woche noch nicht. Ich habe heute 4 Maschinen Wäsche gewaschen und das war noch nicht alles. Zum Glück muss ich nur meine und die von 3 wilden Kindern waschen. Ich bin glücklich, wenn ich gleich in mein Bett fallen kann und sagen kann, dass ich morgen ausschlafen kann wenn ich will. Doch eigentlich will ich nicht denn Henry hat morgen ein Footballspiel und Grace ein Fußballspiel. Eins von beidem würde ich gerne ansehen. Von daher nichts da mit großartig ausschlafen. Und dann muss ich morgen bis ca 11pm arbeiten da Bart und Ann morgen Abend unterwegs sind. In einer Oper die "Die tote Stadt" heißt. Als ich ihnen diesen Titel übersetzt habe haben sie etwas daran gezweifelt, was sie da eigentlich tun...
Außerdem habe ich heute ein anderes deutsches AuPair angerufen, die ein paar Straßen weiter wohnt. Sie ist von einer anderen Organisation (ihre Orientation in NY war, nachdem was sie erzählt hat, im Vergleich zu meiner in WDC ziemlcih beschissen....^^ Klassenraum, Unterricht bis spät abends...). Sie, Christina, ist seeeehr homesick, vermisst ihren Freund, hatte sich das hier alles einfacher vorgestellt. Sie hat 3 Kinder (4, 6 und 8 oder so), hat in Deutschland als erziherin gearbeitet und hat es sich hier einfach vorgestellt????? Aha. Sie ist irgendwie genervt und klingt nicht sehr begeistert. Aber was ich mir gedacht hab ist ,was sie sich eigentlich gedacht hat als sie sich dazu entschieden hat, AuPair zu werden. Gerade sie als Erzieherin muss doch wissen wie kleine Kinder sind. Und sie wundert sich, dass ihre Kinder trotzig sind, sie austesten, anfangen zu heulen wenn sie nicht das bekommen was sie wollen und sagen sie mögen sie nicht? Das war doch irgendwie zu erwarten. Naja wie auch immer, wir wollen uns mal treffen. Ich bin gespannt, was für eine Person sich dahinter verbirgt!
Ich hingegen muss sagen, wenn ich das nach 5 Tagen mal sagen darf, ich habe es mir schwieriger vorgestellt. Ich will nicht sagen anstrengender denn anstrengend ist das hier schon. Aber vielleicht nervenaufreibender und schwieriger. Meine Kids sind an sich allesamt toll. Oft muss ich sie nur daran erinnern, was sie eigentlich wissen und dann machen sie es. Klar, dass ein 11 jähriger Junge kein Bock hat, neine T-Shirts zu falten wenn sie krumpelig in der Schublade liegen. Aber wenn sie so da drin liegen kann ich die frische Wäsche nicht reinräumen. Also soll ich alle krumpeligen Sachen nehmen, mitten in sein Zimmer legen und ihn lehren, wie man Wäsche faltet=) Und er macht es. Denn er hat ja mein Bock, dass ich seine Wäsche gar nicht mehr erst in seinen Schrank lege und er es wohlmöglich selbst machen muss. Doch das sind so Sachen, sie machen mir nichts aus. Im Moment. Ich habe es mir irgendwie schwieriger vorgestellt, mit den Kindern klar zu kommen. Doch es ist einfach, sie sind lieb, freundlich, wenn ich sie frage, wie ihr Tag war fragen sie mich auch, wie meiner war und sind interessiert daran, was ich sonst so treibe. Und das ist toll. Wenn man bei den Kindern ein gewisses Interesse wecken kann.
So, das war viel. Aber ich musste ja auch viel loswerden.
Ich wünsche euch einen tollen Samstag, genießt euer Wochenende!! Ich gehe jetzt ins Bett und sage bis bald!
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