Der Tag heute war nicht viel gefüllter als gestern, doch er war irgendwie dann doch schöner.
Ich hatte nicht mehr so ein Tief, war gut gelaunt und hatte, wenn auch nur ein klein wenig, mehr zu tun.
Und, tadaaa, ich habe mir meine ersten 2 Bücher gekauft. Ich bin fast ohne jegliches Lesematerial hier her geflogen und nun habe ich es vollbracht. Ich bin in den Buchladen gegangen und habe mir 2 nicht allzu dicke Bücher für den Anfang gekauft. Ich dachte, das sei mal ein guter Schritt. Alles, was ich bisher zum lesen hatte, war das Drivers License Handbook. Und irgendwie will ich nicht immer nur das lesen bzw. gleich etwas haben, wenn ich das endlich mal durch habe. Klar kann ich mir auch Bücher von meiner Familie ausleihen. Mein halber Schrank ist voll davon. Und sie haben es mir auch gesgat. Aber ich dachte, das erste sinnvolle Eigentum hier anzuschaffen wäre auch etwas Wunderbares=)
Etwas lustig war es heute, als ich Henry von der Jazz Band abholte und nach Hause brachte. Planmäßig gab es nämlich nur ne knappe halbe Stunde später Abendessen und er hatte tierischen Hunger und wollte sich eine Suppe machen. Ich war böse und hab es ihm verboten. Ich habe gesagt, dass er Banane oder Apfel oder Melone essen kann und dass ich ihm das sogar aufschneiden würde aber das wollte er nicht und schaute mich mit seinem süßesten Hundeblick an. Ich musste stark bleiben. Und mächtig. Ich bin der Boss. Dann legte er seine Arme um meinen Hals und flehte mich nochmals an. "Nikola pleeeeeeease!!!! Or I will tell Martin that you are a very very mean person." Ja, er versuchte wirklich alles, um die Suppe essen zu dürfen. Ich musste stark bleiben. Nicht weich werden. Dann rief er Ann an und petzte, doch sie stand auf meiner Seite. Zum Glück. Nichts unangenehmer wenn einem die Gastmutter in den Rücken fällt.
Aber sie lobte mich später dafür, dass ich es ihm nicht erlaubt habe. Gut gemacht, dachte ich. Henry gab sich schließlich doch mit einer Banane zufrieden.
Tjaja, das ist das Harte an meinem Job. Manchmal halt auch echt mies zu sein. Und in solch seltenen Fällen halt auch einfach mal nicht auf der Seite der Kids, auch wenn wir sonst immer jeden Quatsch zusammen machen können.
Ich bin der Boss. Das wurde uns schon von der Organisation in Deutschland und während der Orientation in Washington D.C. mehrmals eingetrichtert. Jetzt weiß ich, warum. Und es hat gewirkt.
Ich bin der Boss.
1 Kommentar:
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